Landkreis Kaiserslautern
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Wer an den Landkreis Kaiserslautern denkt, denkt an Wälder, an den Pfälzerwald, an Sandstein und Burgruinen. Dass dieses Land auch ein Land der Menhire ist, merkt man erst, wenn man den Blick von den Hauptstraßen hebt und den Höhenwegen folgt. Die Hochfläche der Sickinger Höhe ist, wie ein Wanderer treffend geschrieben hat, eine reiche Fundgrube steinerner Zeugen der Vergangenheit, und rund fünfzig Menhire oder Hinkelsteine kennt man in der ganzen Pfalz, von denen die meisten nicht genau wissen, warum und von wem sie errichtet wurden.
Ich habe diesen Spuren in einem Landstrich nachgespürt, in dem die Zeichen weniger laut sind als anderswo. Es gibt hier keine römischen Kaiserpaläste und keine Felsenklausen, dafür weite Felder, sanfte Rücken und Wege, die so alt sind, dass sie schon in vorrömischer Zeit begangen wurden. In Mittelbrunn steht der Lange Stein auf einem solchen Höhenweg, einem Sattel zwischen zwei Anhöhen, an dem früher die Grenze zwischen zwei Orten verlief. Ein rötlicher Sandsteinpfeiler von knapp 1,80 Metern, der als Grenzstein schon 1529 erwähnt wird und der wohl noch an seinem ursprünglichen Platz steht. Als ich ihn besuchte, stand der Weizen mannshoch um ihn, sodass ich ihn nur aus der Ferne sehen konnte, eine schmale Silhouette zwischen den Ähren.
Gerade das hat mir etwas über diesen Landkreis gezeigt. Die Steine hier stehen nicht abgeschirmt in Wäldern oder Museen, sondern mitten in der Landwirtschaft, zwischen Furchen, Masten und Wegen, und sie überdauern, weil Menschen seit Generationen um sie herumpflügen. Sie sind weniger Denkmäler als Nachbarn.
Was folgt, sind die Orte meiner Besuche im Landkreis Kaiserslautern: stille Plätze auf der Höhe, an denen das Alte nicht inszeniert wird, sondern einfach da ist, und es einem überlässt, ob man es bemerkt.
