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St. Wendel - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

St. Wendel

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Der Landkreis St. Wendel liegt im Norden des Saarlandes, zwischen Nahe, Blies und dem Hunsrück, ein Land aus Wäldern, Wiesen und sanften Höhen, über die der Schaumberg als Hausberg des Saarlandes wacht. Es ist ein Landstrich, der nach einem Heiligen benannt ist, und das merkt man ihm an: Wendelin, der Hirte, der Einsiedler, der Missionar, begleitet einen hier durch Namen, Wege und Geschichten. Aber unter dem Christlichen liegt etwas Älteres, das sich auf meinen Besuchen immer wieder zeigte, Steine, Höhlen und Straßen, die erzählen, dass Menschen hier lange vor den Heiligen Orte für bedeutsam hielten.

Auf dem Schaumberg bei Tholey steht ein Fels, den man Klapperstorchstein oder Keltenstein nennt, ein zwei Meter hoher Block aus Melaphyr, um den Kinder zweimal oder dreimal herumlaufen und singen mussten, damit der Storch ihnen ein Geschwisterchen brachte. Bei Walhausen steht auf einem Acker neben einer Quelle der Hinkelstein, eine vierzehn Tonnen schwere Scheibe, die sich der Sage nach zu Mittag bei den Glocken dreht und unter der die Kriegskasse Attilas oder Napoleons liegt, und die Archäologen haben nichts gefunden. Es sind Steine, an die sich Hoffnungen heften, die kleinen und die großen.

Im Wareswald, zwischen Oberthal, Marpingen und Tholey, liegt die gallorömische Stadt eines Vicus, an der Kreuzung zweier Straßen, von Händlern und Handwerkern bewohnt und erst am Ende des vierten Jahrhunderts verlassen. Und in den Hängen von Güdesweiler und Baltersweiler öffnen sich zwei kleine Höhlen, die beide an ihre Weise vom Weg erzählen: Die Wildfrauenhöhle am Leißberg, in der eine Seherin dem Eremiten Johann Nonninger riet, am Gutenborn eine Kapelle zu errichten, und die Wendalinushöhle, durch die der heilige Hirte seine Herde in kürzester Zeit nach Trier oder Tholey geführt haben soll.

Was diesen Landkreis in meinen Augen zusammenhält, ist das Wandern: Wege, die verkürzt werden, Straßen, die sich kreuzen, Höhlen, die als Durchgänge gelten, Steine, die man umkreist. Der Landkreis scheint ein Land der Bewegung zu sein, in dem die Menschen von Römerstraßen bis zu Pilgerpfaden immer wieder unterwegs waren, und in dem die Steine und Höhlen Orte sind, an denen man innehielt.

Was folgt, sind die Orte meiner Besuche im Landkreis St. Wendel, Steine, Höhlen und eine römische Stadt, an denen sich zeigt, wie nah beieinander Hoffnung, Glaube und Geschichte in einem Land liegen, das nach einem Hirten heißt.
Menhir
Walhausen, Saarland
Klapperstochstein
Tholey, Saarland
Vicus Wareswald
Oberthal, Saarland
Wildfrauenhöhle
Güdesweiler, Saarland
Wendalinushöhle
Baltesweiler, Saarland
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