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Edward Frederic Benson - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Edward Frederic Benson

Aktuelle Projekte > Horrorautoren
Sein Leben

Edward Frederic Benson, bekannt als E. F. Benson, wurde am 24. Juli 1867 am Wellington College in Berkshire, England, geboren. Sein Vater Edward White Benson leitete die Schule und wurde später Erzbischof von Canterbury. Benson wuchs in einer gebildeten, literarisch interessierten Familie auf. Nach seiner Schulzeit am Marlborough College studierte er am King’s College in Cambridge und beteiligte sich anschließend an archäologischen Ausgrabungen in Griechenland und Ägypten.

Seinen Durchbruch als Schriftsteller erzielte er 1893 mit dem Gesellschaftsroman „Dodo“. Im Laufe seines Lebens veröffentlichte er über hundert Bücher, darunter Romane, Erzählungen, Biografien und Erinnerungen. Große Bekanntheit erlangten seine humorvollen „Mapp und Lucia“‑Romane, in denen er die Eitelkeiten und gesellschaftlichen Rivalitäten einer englischen Kleinstadt schilderte.

Besonders eng war Benson mit Rye in East Sussex verbunden. Dort bewohnte er Lamb House, das zuvor dem Schriftsteller Henry James als Wohnsitz gedient hatte. Rye und seine Bewohner lieferten ihm Anregungen für den fiktiven Schauplatz Tilling. Auch im öffentlichen Leben der Stadt engagierte er sich: Von 1934 bis 1937 war er Bürgermeister von Rye, 1938 erhielt er die Ehrenbürgerwürde.

Benson starb am 29. Februar 1940 in London im Alter von 72 Jahren an einer Krebserkrankung. Nach einer Trauerfeier in der St. Mary’s Church wurde er auf dem Rye Cemetery beigesetzt. Seine Grabstätte liegt damit in jener Stadt, die einen besonderen Platz in seinem Leben und seinem Schreiben einnahm.
Sein Werk im Bereich der Horrorliteratur

Für mich liegt E. F. Bensons besondere Stärke darin, wie er das Unheimliche in eine vertraute Welt eindringen lässt. Seine Figuren besuchen Freunde, verbringen ihren Urlaub in einer schönen Villa oder genießen das gesellige Dorfleben. Gerade diese Behaglichkeit macht ihre Begegnungen mit dem Übernatürlichen so wirkungsvoll: Mit jedem verstörenden Detail verliert die vertraute Umgebung etwas von ihrer Sicherheit.

Seine Schauergeschichten erschienen unter anderem in den Sammlungen „The Room in the Tower and Other Stories“ (1912), „Visible and Invisible“ (1923), „Spook Stories“ (1928) und „More Spook Stories“ (1934). Sie reichen von Spuk und Vampirismus bis zu unheimlichen Vorahnungen und grotesken Bedrohungen.

Besonders eindrucksvoll finde ich „The Room in the Tower“. Über viele Jahre träumt der Erzähler von einem Haus und einem Turmzimmer, das ihn mit unerklärlicher Angst erfüllt. Eines Tages findet er sich tatsächlich an diesem Ort wieder. Mich fasziniert, wie Benson die Wiederholung des Traumes nutzt: Jeder vertraute Einzelzug wird zum Warnzeichen. Die Vorstellung, einen Ort wiederzuerkennen, den man ausschließlich aus seinen Albträumen kennt, besitzt für mich einen ganz eigenen Schrecken.

In „Caterpillars“ nimmt das Grauen eine besonders körperliche Form an. In einer italienischen Villa erscheinen widerwärtige, raupenartige Wesen, deren Auftreten mit Krankheit und Tod verbunden wird. Hier verbindet Benson übernatürlichen Schrecken mit der Angst vor dem Verfall des eigenen Körpers. Für mich gehört die Geschichte zu seinen verstörendsten Arbeiten, weil sie dem kaum greifbaren Unheil eine kriechende, beinahe fühlbare Gestalt gibt.

„Mrs. Amworth“, enthalten in Visible and Invisible, zeigt wiederum, wie gut Benson gesellschaftliche Beobachtung und Vampirhorror miteinander verbinden konnte. Eine lebenslustige Witwe bereichert das Dorfleben, während rätselhafte Erkrankungen ihre Umgebung heimsuchen. Besonders reizvoll finde ich, wie ihre Freundlichkeit und Geselligkeit den Verdacht zunächst abwehren. Benson macht aus der vertrauten Nachbarin eine Bedrohung – und aus ganz gewöhnlichen Begegnungen nachträglich beunruhigende Erinnerungen.

Ich schätze an Benson diese Verbindung aus erzählerischer Gelassenheit und böser Fantasie. Er gibt seinen Figuren Zeit, sich sicher zu fühlen, und dem Leser Gelegenheit, die ersten Warnzeichen zu erkennen. Dadurch entsteht jene gespannte Erwartung, die eine gute Schauergeschichte für mich ausmacht: Man ahnt, dass etwas geschehen wird, und liest trotzdem weiter.
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