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William Thomas Beckford - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

William Thomas Beckford

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Sein Leben

William Thomas Beckford wurde am 29. September 1760 in London geboren. Der britische Schriftsteller, Kunstsammler und Bauherr wuchs in einer äußerst wohlhabenden Familie auf. Nach dem Tod seines Vaters 1770 erbte er ein gewaltiges Vermögen, das ihm ausgedehnte Reisen und die Beschäftigung mit Literatur, Musik und Kunst ermöglichte.

Die Grundlage dieses Reichtums waren Zuckerplantagen auf Jamaika und die Ausbeutung versklavter Menschen. Beckford blieb selbst Sklavenhalter und wandte sich gegen die Abschaffung der Sklaverei. Diese Herkunft seines Vermögens gehört ebenso zu seiner Geschichte wie seine literarischen Leistungen und seine Kunstsammlungen.

1783 heiratete er Lady Margaret Gordon; aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Seine Beziehung zum minderjährigen William Courtenay löste 1784 einen Skandal aus und führte zu gesellschaftlicher Ächtung und längeren Aufenthalten auf dem europäischen Kontinent. Die damalige Verfolgung richtete sich gegen die gleichgeschlechtliche Beziehung.

Seine Vorliebe für außergewöhnliche Fantasiewelten zeigte sich auch in seinen Bauprojekten. In Wiltshire ließ er Fonthill Abbey, ein gewaltiges neugotisches Anwesen, errichten. 1822 zog er nach Bath, wo 1826–1827 Beckford’s Tower als Rückzugsort für seine Bücher und Kunstschätze entstand.

Beckford starb am 2. Mai 1844 in Bath im Alter von 83 Jahren. Zunächst wurde er auf dem Bath Abbey Cemetery beigesetzt. 1848 überführte man seine sterblichen Überreste auf den Lansdown Cemetery neben Beckford’s Tower. Dort erinnert ein mächtiger Granitsarkophag an einen Menschen, dessen schöpferische Fantasie und privilegiertes Leben eng miteinander verbunden waren.
Sein Werk im Bereich der Horrorliteratur

Für mich nimmt William Thomas Beckford einen besonderen Platz in der frühen Schauerliteratur ein. Sein literarischer Nachruhm beruht vor allem auf „Vathek“ (1786), einem auf Französisch verfassten Roman, der zunächst in englischer Übersetzung erschien. Darin verbindet er eine von Tausendundeiner Nacht angeregte Fantasiewelt mit schwarzem Humor, Grausamkeit und übernatürlichem Schrecken. Gerade diese Mischung macht seinen Reiz aus.

Im Mittelpunkt steht der Kalif Vathek, dessen Hunger nach Macht, Genuss und verborgenem Wissen keine Grenzen kennt. Ein geheimnisvoller Fremder verspricht ihm Zugang zu unermesslichen Schätzen und übermenschlichen Geheimnissen. Unterstützt von seiner Mutter Carathis lässt sich Vathek auf dunkle Mächte ein und opfert seinen Wünschen zunehmend jedes moralische Maß.
Mich beschäftigt daran besonders die Selbstverständlichkeit, mit der er andere Menschen seinem Verlangen unterordnet. Sein Untergang wächst aus Entscheidungen, die er selbst trifft.

Besonders eindrucksvoll finde ich die unterirdischen Hallen des Eblis. Hier verwandelt sich die Verheißung grenzenloser Erfüllung in ewige Verzweiflung. Das Bild der Verdammten mit ihren brennenden Herzen besitzt für mich eine erschreckende Kraft: Pracht und Schönheit bleiben bestehen, während jede Hoffnung erlischt. Beckfords Hölle wirkt dadurch zugleich verführerisch und unerträglich.

Zu diesem Erzählkosmos gehören auch die „Episodes of Vathek“, die erst 1912 posthum veröffentlicht wurden. Die als Ergänzungen zum Roman vorgesehenen Geschichten schildern weitere Schicksale jener Menschen, die in den Hallen des Eblis zusammenkommen.
Für mich vertiefen sie den Gedanken, dass ganz unterschiedliche Begierden in dieselbe Ausweglosigkeit führen können.

Auch H. P. Lovecraft würdigte Vathek in seinem Essay Supernatural Horror in Literature, besonders dessen eindringliche Darstellung der höllischen Welt.
Ich schätze an Beckford diese Fähigkeit, aus verschwenderischer Fantasie einen Albtraum entstehen zu lassen. Seine Bilder zeigen, wie eng Verlockung und Schrecken beieinanderliegen können – und wie furchtbar die Erfüllung eines Wunsches werden kann.
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