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William Hope Hodgson - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

William Hope Hodgson

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Sein Leben

William Hope Hodgson wurde am 15. November 1877 in Blackmore End in der englischen Grafschaft Essex geboren. Er war der Sohn eines anglikanischen Geistlichen und fuhr bereits als Jugendlicher zur See. Die Jahre auf Handelsschiffen prägten ihn nachhaltig: Harte Arbeitsbedingungen, Gewalt unter Seeleuten und die Gefahren des Meeres fanden später Eingang in seine Geschichten.

Nach seiner Rückkehr an Land betrieb Hodgson in Blackburn eine Schule für Körpertraining. Er beschäftigte sich mit Fotografie und veröffentlichte zunächst auch Artikel über körperliche Fitness. Ab 1904 erschienen seine ersten Erzählungen; mit The Boats of the „Glen Carrig“ folgte 1907 sein erster veröffentlichter Roman. Trotz wachsender literarischer Anerkennung blieb seine wirtschaftliche Lage unsicher. 1913 heiratete er Bessie Farnworth und zog mit ihr nach Südfrankreich. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrte das Paar nach England zurück.

Hodgson wurde Artillerieoffizier und fiel im April 1918 an der Westfront, im Alter von 40 Jahren. Ein bekanntes Einzelgrab besitzt er nicht. Sein Name steht auf dem Tyne Cot Memorial bei Zonnebeke in Belgien, das an gefallene Soldaten ohne bekannte Grabstätte erinnert. Für die Spurensuche auf dieser Seite ist deshalb dieses Mahnmal sein Erinnerungsort.
Sein Werk im Bereich der Horrorliteratur

Was mich an Hodgson besonders fasziniert, ist das Gefühl menschlicher Verletzlichkeit, das seine Geschichten vermitteln. Ein Schiff oder ein Haus bietet zunächst Schutz. Doch außerhalb dieses begrenzten Raums lauern Kräfte, deren Ausmaß und Absichten kaum zu begreifen sind. Für mich liegt darin die besondere Wirkung seines kosmischen Horrors: Die vertraute Welt erscheint plötzlich winzig.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich das in The House on the Borderland (1908). Ein abgelegenes Haus in Irland wird zum Berührungspunkt zwischen unserer Wirklichkeit und fremden Daseinsbereichen. Die Bedrohung durch unheimliche, schweineartige Wesen verbindet sich mit Visionen gewaltiger Zeiträume und kosmischen Verfalls. Mich beeindruckt dieser Wechsel des Maßstabs: Aus der Angst um einen einzelnen Zufluchtsort entwickelt sich ein Grauen, das schließlich die gesamte menschliche Existenz umfasst.

In The Night Land (1912) entwirft Hodgson eine ferne Zukunft nach dem Erlöschen der Sonne. Die verbliebene Menschheit lebt in einer gewaltigen Festung, umgeben von Dunkelheit und rätselhaften Wesen. Sprachlich ist der Roman mit seinem künstlich altertümlichen Ton und seinen Wiederholungen sperrig. Seine Vorstellungskraft finde ich jedoch außergewöhnlich. Das Bild einer letzten menschlichen Zuflucht in einer nahezu erloschenen Welt verbindet für mich Einsamkeit, Bedrohung und einen verzweifelten Willen zum Überleben.

Seine Erfahrungen als Seemann treten besonders in The Boats of the „Glen Carrig“ (1907) und The Ghost Pirates (1909) hervor. Schiffbrüchige begegnen fremdartigen Lebensformen; eine Schiffsbesatzung wird von rätselhaften Erscheinungen bedrängt. Mir gefällt, wie Hodgson praktische Kenntnisse der Seefahrt mit dem Unbegreiflichen verbindet. Taue, Decksplanken und eingespielte Handgriffe wirken glaubwürdig – und lassen umso deutlicher spüren, wie begrenzt menschliche Erfahrung angesichts dieser Bedrohungen bleibt.

Eine andere Seite seines Werks zeigen die Geschichten um Carnacki, erstmals 1913 als Carnacki, the Ghost-Finder gesammelt. Der Ermittler untersucht Spukphänomene mithilfe von Beobachtung, technischen Hilfsmitteln und okkulten Schutzmaßnahmen. Manche Fälle finden eine natürliche Erklärung, andere führen zu übernatürlichen Gefahren. Besonders reizvoll finde ich diese Mischung aus methodischer Untersuchung und Unsicherheit: Auch ein elektrisches Schutzpentagramm ist keine Einladung, sich entspannt zurückzulehnen.

Hodgson besitzt für mich eine unverwechselbare Vorstellungskraft. Seine stärksten Bilder zeigen Menschen, die inmitten einer ungeheuren, fremden Welt aneinander festhalten. Gerade dieses Nebeneinander von kosmischer Verlorenheit und menschlicher Nähe macht sein Werk so eindringlich.
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