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Ladislav Fuks - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Ladislav Fuks

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Sein Leben

Ladislav Fuks wurde am 24. September 1923 in Prag geboren. Als Sohn eines Polizeibeamten wuchs er in einem strengen Elternhaus auf. Seine Jugend fiel in die Zeit der nationalsozialistischen Besatzung, in der er die Verfolgung seiner jüdischen Mitschüler miterlebte. Auch seine eigene Homosexualität war mit dem Gefühl verbunden, gefährdet zu sein und sich verbergen zu müssen. Ausgrenzung, Angst und die Verletzlichkeit des Einzelnen wurden später zu zentralen Themen seiner Literatur.

Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Fuks Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte an der Prager Karlsuniversität und promovierte 1949. Beruflich arbeitete er zunächst in der Papierindustrie, anschließend in der Denkmalpflege und in der Nationalgalerie. Seinen literarischen Durchbruch erreichte er 1963 mit „Herr Theodor Mundstock“. Der Roman machte ihn auch international bekannt; in den folgenden Jahren widmete er sich dem Schreiben als freier Autor. Sein Verhältnis zur kommunistischen Staatsmacht blieb dabei widersprüchlich: Er arrangierte sich öffentlich mit dem Regime und veröffentlichte in den 1970er-Jahren auch politisch angepasste Werke.

Fuks starb am 19. August 1994 in Prag, wenige Wochen vor seinem 71. Geburtstag. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf den Olšany-Friedhöfen, tschechisch Olšanské hřbitovy, in Prag.
Sein Werk im Bereich der Horrorliteratur

Ladislav Fuks steht für mich an einer besonders beunruhigenden Grenze zwischen psychologischem Roman, Groteske und literarischem Horror. Seine Geschichten führen in eine Welt, in der Angst den Alltag verändert und vertraute Menschen zunehmend undurchschaubar werden. Mich fasziniert daran, wie eng er persönliche Abgründe mit gesellschaftlicher Gewalt verbindet.

Besonders deutlich zeigt sich das in „Der Leichenverbrenner“ (Spalovač mrtvol, 1967). Im Mittelpunkt steht der Krematoriumsangestellte Karel Kopfrkingl, der sich selbst für einen kultivierten, fürsorglichen Menschen hält. Unter dem Einfluss nationalsozialistischer Ideologie verbindet er seine Beschäftigung mit Tod und vermeintlicher Erlösung zu einer mörderischen Überzeugung. Das Erschreckende liegt für mich in seiner Selbstgewissheit: Er kann grausam handeln und sich dabei weiterhin als Wohltäter verstehen. Fuks macht sichtbar, wie Sprache das Gewissen betäuben und Gewalt als Fürsorge erscheinen lassen kann.
Die 1969 veröffentlichte Verfilmung von Juraj Herz, an deren Drehbuch Fuks mitarbeitete, brachte diese Geschichte auch ins Kino. Sie bildet eine wichtige Verbindung zwischen seinem literarischen Werk und dem psychologischen Horrorfilm.

Eine andere Form existenzieller Angst prägt „Herr Theodor Mundstock“ (Pan Theodor Mundstock, 1963). Der Roman handelt von einem jüdischen Mann im besetzten Prag, der sich mit immer neuen Übungen auf seine erwartete Deportation vorbereitet. Er versucht, dem Unvorstellbaren durch Planung und Disziplin etwas entgegenzusetzen. Als Holocaustroman besitzt das Buch eine historische und menschliche Tragweite, die weit über eine Genrezuordnung hinausgeht. Mich berührt besonders dieser verzweifelte Wunsch, in einer unmenschlichen Situation wenigstens einen Rest Kontrolle zu bewahren.

In „Die Mäuse der Natalie Mooshaber“ (Myši Natálie Mooshabrové, 1970) verbindet Fuks schließlich eine düstere Gesellschaftsvision mit schwarzem Humor und grotesker Phantastik. Die Geschichte einer alten Frau entfaltet sich in einem von diktatorischer Herrschaft geprägten Land. Hinter alltäglichen Sorgen und sonderbaren Begegnungen wächst eine schwer greifbare Bedrohung. Gerade dieses allmähliche Unbehagen spricht mich an: Einzelne Merkwürdigkeiten verdichten sich, bis selbst das scheinbar Gewöhnliche verdächtig wirkt.

Als Autor interessiert mich an Fuks besonders, wie viel Schrecken in einer höflichen Formulierung, einer wiederholten Beschwichtigung oder einer scheinbar vernünftigen Erklärung stecken kann. Sein Werk richtet meinen Blick auf jene kleinen Verschiebungen, durch die menschliche Nähe in Bedrohung umschlägt. Dort entsteht für mich ein Horror, der lange nachwirkt.
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