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Max Ophüls - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Max Ophüls

Aktuelle Projekte > Horrorregisseure
Sein Leben

Max Ophüls wurde am 6. Mai 1902 in St. Johann, heute ein Stadtteil von Saarbrücken, als Max Oppenheimer geboren. Er stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie und entschied sich früh für die Bühne. Ab 1920 arbeitete er zunächst als Schauspieler, später als Theaterregisseur. 1926 heiratete er die Schauspielerin Hilde Wall. Ihr gemeinsamer Sohn Marcel wurde ebenfalls ein bedeutender Regisseur, insbesondere des Dokumentarfilms.

1931 drehte Ophüls seinen ersten eigenen Film. Mit der Arthur-Schnitzler-Verfilmung „Liebelei“ (1933) gelang ihm der Durchbruch. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten zwang ihn jedoch im selben Jahr ins französische Exil. 1938 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs musste er erneut fliehen und erreichte 1941 mit seiner Familie die USA.

In Hollywood entstanden unter anderem „Brief einer Unbekannten“ (1948), „Gefangen“ (1949) und „Schweigegeld für Liebesbriefe“ (1949). Nach seiner Rückkehr nach Frankreich 1949 schuf er einige seiner bekanntesten Filme: „Der Reigen“ (1950), „Madame de …“ (1953) und „Lola Montez“ (1955).

Max Ophüls starb am 26. März 1957 in Hamburg, nur 54 Jahre alt, an einer Herzerkrankung. Seine letzte Ruhestätte befindet sich im Kolumbarium des Friedhofs Père-Lachaise in Paris. In seiner Heimatstadt Saarbrücken erinnert das Filmfestival Max Ophüls Preis an ihn und fördert seit 1980 den deutschsprachigen Filmnachwuchs.
Sein Werk im Bereich des Horrorfilms

Max Ophüls nimmt in meiner Beschäftigung mit dem düsteren Kino eine besondere Stellung ein. Ein Horrorregisseur im eigentlichen Sinne war er nicht: Sein Werk gehört vor allem zum Melodram, zur Gesellschaftskomödie und zum Film noir. Besonders seine beiden amerikanischen Filme „Gefangen“ und „Schweigegeld für Liebesbriefe“ führen jedoch in eine Welt voller Abhängigkeit, Angst und Bedrohung. Darin liegt für mich die Verbindung zum psychologischen Schrecken.

In „Gefangen“ (Caught, 1949) wird der Traum einer jungen Frau von einer wohlhabenden Ehe zum Albtraum. Ihr Ehemann behandelt sie wie seinen Besitz und macht das luxuriöse Zuhause zu einem Ort seelischer Gefangenschaft. Ophüls und sein Kameramann Lee Garmes verstärken diese Beklemmung durch Schatten, räumliche Distanz und Bildkompositionen, die das Machtgefälle zwischen den Figuren sichtbar machen. Mich fasziniert daran, wie eine prächtige Villa ihre vermeintliche Geborgenheit verliert. Gerade die Vorstellung, dem Menschen ausgeliefert zu sein, mit dem man sein Leben teilen wollte, empfinde ich als zutiefst beunruhigend.

„Schweigegeld für Liebesbriefe“ (The Reckless Moment, 1949) erzählt von einer Mutter, die ihre Tochter schützen möchte, eine Leiche verschwinden lässt und dadurch zum Opfer von Erpressern wird. Besonders eindringlich finde ich das Nebeneinander von alltäglichen Pflichten und wachsender Verzweiflung: Während das Familienleben weitergehen muss, wird jeder Versuch, die Situation zu beherrschen, schwieriger. Für mich liegt der Schrecken hier im allmählichen Verlust von Sicherheit – und in der Frage, wie weit ein Mensch gehen würde, um seine Familie zu bewahren.

Eine unmittelbare Verbindung zum Übernatürlichen bietet „Zärtliche Feindin“ (La Tendre Ennemie, 1936). Darin erscheinen Geister bei einer Verlobungsfeier und versuchen, eine junge Frau vor einer lieblosen Ehe zu bewahren. Der Film ist eine fantastische Komödie, kein Gruselfilm. Mich reizt gerade dieser spielerische Umgang mit dem Jenseits: Die Verstorbenen eröffnen einen anderen Blick auf die Wünsche und Irrtümer der Lebenden.

Was ich an Ophüls besonders schätze, ist sein Gespür dafür, wie verletzlich Menschen innerhalb ihrer Beziehungen sind. Seine düsteren Filme geben der Angst ein vertrautes Gesicht. Ein Wohnzimmer, eine Ehe oder der Wunsch nach einem besseren Leben können bei ihm ausreichen, um eine beklemmende Geschichte in Gang zu setzen.
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