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Togo - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Togo

Reisen > Togo
Es gibt Länder, in denen man reist, um Dinge zu sehen. Und es gibt Länder, in denen man reist, um gesehen zu werden – von etwas, das älter ist als jede Grenze, jede Straße, jede Karte. Togo gehört zur zweiten Sorte. Ein schmaler Streifen Land zwischen Meer und Savanne, und doch ein Raum, in dem sich mehr Welten überlagern, als seine geografische Enge vermuten lässt.

Meine Reise durch dieses Land begann in Lomé, auf dem größten Fetischmarkt der Welt, zwischen Schädeln und getrockneten Flügeln, wo ein Vodun-Priester mir mit ruhigen Händen einen Reisetalisman und ein Schutzamulett fertigte – ein Amulett, das, als er es mir in die Handfläche legte, wärmer war, als es hätte sein dürfen. Von dort führte mich der Weg in den Norden, nach Kara, wo ich Zeuge wurde, wie die Egungun – maskierte Gestalten, gehüllt in Dutzende Stoffbahnen, angeblich von den Ahnen selbst bewohnt – über einen staubigen Platz wirbelten, während die Menge instinktiv zurückwich vor etwas, das keine Augen brauchte, um zu sehen.

Nicht weit davon, in Kparatao, saß ich am Rand eines nächtlichen Feuers und sah, wie die Feuertänzer des Tem-Volkes brennende Kohle mit bloßen Händen umschlossen, ohne dass eine Spur auf ihrer Haut zurückblieb – ein Pakt, geschlossen vor Jahrhunderten mit dem Herrn des Feuers selbst, gehalten bis in diesen einen Abend hinein, an dem der Wind die Flammen kurz nach mir greifen ließ. Und in einem namenlosen Dorf, zu dem mich der Zufall trug, ließ man mich, nachdem der Rauch eines entzündeten Schießpulverhäufchens die Zustimmung einer Gottheit bezeugt hatte, einem Tanz beiwohnen, an dessen Ende eine Frau nicht mehr sich selbst gehörte, sondern für einige Minuten einem Wesen, das durch sie hindurch sprach.

Vier Begegnungen, vier Schwellen – ein Talisman, eine Maske, ein Feuer, ein Tanz. Was sie eint, ist nicht das Land allein, sondern das, was unter seiner Oberfläche wacht: eine Gewissheit, die sich in Togo nie ganz verdrängen lässt, dass die Grenze zwischen den Lebenden und dem, was jenseits ihrer liegt, dünner ist, als es die Landkarten je zugeben würden. Was folgt, sind die einzelnen Fäden dieser Reise – und ich warne vor, wer ihnen zu genau folgt, trägt am Ende etwas mit sich fort, das sich nicht so leicht wieder ablegen lässt.
Besessenheit einer Vodun-Tänzerin
Togo
Egungun-Maskentänzer
Kara, Togo
Fetischmarkt
Lomé, Togo
Feuertanz der Tem
Kparatao, Togo
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