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Uhrenstein von Monzelfeld - Lyakon

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Non omnis moriar.
(Horaz)

Uhrenstein von Monzelfeld

Reisen > Deutschland > Rheinland-Pfalz > Bernkastel-Wittlich
Auf der südlichen Anhöhe des Hunsrücks, wo Monzelfeld auf 430 Metern über dem Moseltal liegt, führt die Straße Zur Windschnur hinaus aus dem Dorf, vorbei an Wiesen und Waldrändern, bis sie, kurz vor der kleinen Kapelle Maria Hilf, an einem Stein endet, dessen Name mich schon lange vor meinem Besuch faszinierte: der Uhrenstein.

Der Name selbst, so erfuhr ich, hat nichts mit einer Uhr im heutigen Sinne zu tun – er geht auf das Wort Urgestein zurück, jenes uralte Gestein, das der Volksmund hier seit Menschengedenken verortet, so lange, dass sich der Ausdruck über die Generationen zu seinem heutigen, fast unschuldig klingenden Namen verschliff. Ein Stein, dessen eigentliche Bezeichnung buchstäblich „das, was von Anbeginn war" bedeutet – kaum ein Name hätte treffender für einen Menhir sein können, der bis in die Zeit vor 500 vor Christus zurückreicht.

Monzelfeld selbst wird erstmals im Jahr 634 als Munzeluelt urkundlich erwähnt, als König Dagobert I. die Besitzungen des Trierer Klosters Oeren bestätigte – doch schon der Name der Hauptstraße, die Alte Poststraße, verrät, dass hier eine sehr viel ältere Transportroute verlief, ein Weg, der Menschen und Waren über den Hunsrück führte, lange bevor irgendein König diese Gegend beanspruchte. Man erzählt sich sogar, dass Johann Wolfgang von Goethe, glaubt man dem Tagebucheintrag eines Dieners, hier einst die Pferde wechselte – eine kleine, fast beiläufige Fußnote der Weltliteratur, verewigt an einem Ort, der zu diesem Zeitpunkt bereits über zweitausend Jahre lang von einem viel älteren Stein bewacht wurde.
Ich ging den Weg hinaus, vorbei an den letzten Häusern des Dorfes, während sich die Landschaft allmählich öffnete und der Blick hinüber ins Moseltal freigab, jenes silbrige Band, das ich schon so oft auf dieser Reise durch die Weinberge hatte schimmern sehen. Der Uhrenstein selbst, als ich ihn schließlich erreichte, wirkte auf mich unscheinbarer, als sein bedeutungsschwerer Name vermuten ließ – ein grauer, moosbewachsener Block, der einfach am Rand des Weges lag, ohne die aufrechte Erhabenheit mancher anderer Menhire, die ich zuvor besucht hatte. Und doch, gerade in dieser bescheidenen, fast erdverbundenen Gestalt lag für mich seine eigentliche Kraft: kein aufragendes Monument, das die Aufmerksamkeit erzwingt, sondern ein Stein, der sich so tief in die Landschaft eingefügt hat, dass er selbst zu einem Teil ihrer Erdgestalt geworden zu sein scheint.

Ich kniete neben ihm nieder, legte die Hand auf seine raue, von unzähligen Wintern gezeichnete Oberfläche, und dachte an jenes einfache, aber treffende Wort, das ihm seinen Namen gab: Urgestein. Nicht der Stein einer bestimmten Kultur, nicht das Werk eines bestimmten Volkes, dessen Namen wir kennen – sondern schlicht das, was von Anbeginn da war, während Kelten, Römer, Franken und schließlich sogar ein reisender Dichter aus Weimar an ihm vorüberzogen, jeder für sich nur ein flüchtiger Wimpernschlag in der langen Zeit, die dieser Stein bereits am Wegesrand verbracht hatte.

Als ich mich schließlich erhob und weiter zur nahen Kapelle Maria Hilf ging, deren weiße Mauern sich hinter den letzten Bäumen abzeichneten, dachte ich daran, wie passend es ist, dass ein Stein namens Urgestein und ein Gotteshaus, das um Hilfe bittet, hier so nah beieinander liegen – zwei sehr verschiedene Vorstellungen davon, was jenseits des Sichtbaren wacht, kaum dreihundert Meter voneinander entfernt, und keine von beiden bereit, der anderen zu weichen. Der Wind, der über die Hunsrückhöhen strich, während ich den Weg zurück ins Dorf antrat, trug für einen Moment beides mit sich – das Rascheln der Kapellenglocke in der Ferne und, so schien es mir, ein leiseres, tieferes Echo aus dem Stein selbst, das nichts von seinem Alter preisgab, außer der bloßen, unbestreitbaren Tatsache, dass es ihn immer schon gegeben hatte.
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